5 Tipps für Wein zum Essen

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5 Tipps für Wein zum Essen

Die meisten kennen es garantiert: Man sitzt in einem schönen Restaurant, hat sich ein leckeres Gericht ausgesucht, und es fehlt nur noch ein schönes Glas Wein.
Aber dann macht sich Panik breit. Welcher Wein passte denn jetzt gleich noch mal am besten zum  Steinbutt? Und denkt der Sommelier, dass ich völlig unwissend bin, wenn ich mich für etwas anderes als einen kräftigen Rotwein zu meinem Steak entscheide?? HILFE!
In Wahrheit gibt es keine falschen Entscheidungen, wenn man das Abendmenü und das Glas Wein aufeinander abstimmen will. Finden Sie, dass der Wein gut zum Essen passt? Super, dann passen Wein und Essen hervorragend zusammen und das Thema ist vom Tisch. Trotzdem kann es sinnvoll sein, ein paar Tipps zu berücksichtigen, wenn der Sommelier am Tisch steht. Wir haben hier fünf davon zusammengestellt. 

 


1. Auf die dominierenden Aromen abstimmen

Üblicherweise wird der Wein auf das Fleisch oder den Fisch im Gericht abgestimmt. Daran ist an sich nichts auszusetzen, aber Sie können auch darüber nachdenken, welche Geschmacksrichtung auf dem Teller vorherrschend ist. Natürlich hat die Hauptzutat einen Einfluss auf den Geschmack des Gerichts, aber sehr oft haben die Sauce oder die Art der Zubereitung genauso viel Bedeutung.  

2. Die Intensität des Geschmacks muss ausgewogen sein

Als Faustregel soll die Intensität des Weins zur geschmacklichen Intensität des Essens passen. Deshalb sind Sie beispielsweise mit einem leichten Wein zu leichtem Essen und einem kräftigeren Wein zu deftigen Gerichten gut beraten. Diese Balance zwischen Wein und Essen tut der Seele und den Geschmacksnerven gleichermaßen gut.

Eine weitere bewährte Faustregel für das Kombinieren von Essen und Wein lautet: „Süße zu Süßem“. Bei einem Dessert ist dieses Prinzip eine Selbstverständlichkeit, aber es gilt auch für Vor- und Hauptspeisen. Aus guten Gründen wird zu herzhaften Herbst- und Wintergerichten mit etwa Rotkohl und Preiselbeergelée als Beilage gerne Amarone serviert - oder Ribera del Duero zum Lammfleisch.

3. Weißwein zum Fisch und Rotwein zum Fleisch? Ja, aber nicht immer!

Ein Glas Weißwein zum Fisch, und ein Glas Rotwein zum Steak. Das klingt doch bekannt, oder?

Für diese Aufteilung gibt es auch einen guten Grund, aber es muss nicht immer so sein.  

Es stimmt, dass Rotwein überwiegend gut zu rotem Fleisch passt. Je nach Fleischart muss es aber nicht unbedingt ein kräftiger, fülliger oder schwerer Rotwein sein. Beispielsweise ist Kalbsfleisch deutlich leichter und süßlicher im Geschmack als Rindfleisch, und auch beim Geflügel gibt es große Unterschiede. Der Pinot Noir aus der Bourgogne passt immer gut zu Hähnchen, hat aber selten ausreichend Körper und Schwere für Entenfleisch.

Der Rotwein wird konkret und technisch durch die Tannine und Gerbsäuren zu einem guten Begleiter für rotes Fleisch. Sie sorgen dafür, dass sich der Rotwein im Mund trocken anfühlt, denn die Tannine greifen das Eiweiß im Fleisch an und erzeugen eine perfekte Symbiose. Dies ist der Grund dafür, dass Barolo immer gut zu rotem Fleisch passt, aber oft alleine getrunken zu wuchtig im Geschmack ist.

 

 

4. Die Geografie aufeinander abstimmen

Meistens ist es kein Zufall, dass Weine aus einem bestimmten Land oder Gebiet gut zur einheimischen Küche passen. Darüber wurde damals, als die Weinstöcke angepflanzt wurden, nachgedacht. Deshalb kann man sich oft bei Gerichten aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Land aus den Weinen aus denselben Gebieten orientieren. Gute Beispiele hierfür sind ein Barolo aus Piemonte zu Trüffeln oder ein Malbec aus Argentinien zu Grillgerichten, sowie ein Zinfandel aus den USA zu Barbecuegerichten mit süßlichen Marinaden.

5. Seien Sie mutig!

Was ist das schlimmste, das passieren kann, wenn Sie sich für einen Wein entscheiden, der nicht zu Ihrem Gericht passt? Auf jeden Fall wäre es kein Weltuntergang. Ganz im Gegenteil stehen Sie besser da und haben mehr Wissen gesammelt, das Sie anwenden können, wenn Sie das nächste Mal das Essen und den Wein aufeinander abstimmen. Mit anderen Worten warten viele schöne Erlebnisse auf Sie, wenn Sie abenteuerfreudig und mutig sind und sich trauen, Ihre Weinauswahl etwas unkonventionell anzugehen.  

 

Viel Spaß!

 

 

 

 

 


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