Verrückt nach Wein: Die Rosésaison nach allen Regeln der Kunst einleiten

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Verrückt nach Wein: Die Rosésaison nach allen Regeln der Kunst einleiten

Der Sommer rückt schnellen Schrittes näher. Deshalb werfen wir hier einen Blick auf das ultimative Sommergetränk – den Roséwein. Gibt es an einem warmen Sommertag etwas Verlockenderes als ein frisches, gekühltes und erfrischendes Glas Rosé in der Nachmittags- oder Abendsonne? Rosé ist natürlich in verschiedenen Varianten erhältlich, und diese sehen wir uns in diesem Beitrag einmal genauer an. Zunächst wollen wir jedoch klären, was Rosé eigentlich ist; denn entgegen einigen Annahmen entsteht Roséwein nicht dadurch, dass Rot- und Weißwein miteinander vermischt werden.

 

Ähnelt Rosé vor allem Rotwein oder Weißwein?

Man kann sich fragen, ob Roséwein mehr mit Rotwein oder Weißwein gemeinsam hat. Was den Geschmack und die Lagerung betrifft, ähnelt er vor allem Weißwein, da ein Rosé kalt getrunken wird. Rein technisch wird Roséwein jedoch immer aus blauen Trauben hergestellt, die auch die Basis für Rotwein bilden. Die Trauben werden gepresst und anschließend wird die Traubenhaut vor der Mazeration schnell vom Most getrennt. So nimmt der Wein nur minimal die Farbe der Haut an. Bei der Herstellung von Rotwein bleiben die Traubenhäute dementsprechend länger liegen. Dies verleiht dem Wein die rötliche und dunklere Farbe. Beim Rotwein bleiben die Häute unterschiedlich lange liegen, was unter anderem den endgültigen Rotton beeinflusst. 

Eine weitere gute Faustregel in Sachen Rosé ist, dass er genau das Gegenteil von Orangewein ist. Orangewein wird aus grünen Trauben (d. h. Weißweintrauben) hergestellt, die während der Mazeration länger im Most liegen. Dadurch erhält der Weißwein eine dunklere Farbe und wird zum Orangewein.    

Da Rosé aus Rotweintrauben gemacht wird, kann der Roséwein theoretisch aus allen rotweinproduzierenden Ländern stammen. Das ist tatsächlich auch der Fall, obwohl einige Länder wie beispielsweise Frankreich, aber auch Italien und Spanien mehr davon produzieren als die USA, Australien oder Südafrika.

Rosé ist vom Land/Gebiet geprägt

Wie bei Rot- und Weißweinen wird natürlich auch der Roséwein von dem Land/Gebiet/Terroir geprägt, aus dem er stammt. Je nach Traubenart variiert er auch geschmacklich. Deshalb schmeckt ein Rosé aus reinen Spätburgunder-Trauben markant anders als einer, der auf Tempranillo oder Zinfandel basiert. Theoretisch werden alle Traubenarten für Rosé verwendet. Es gibt jedoch Trauben, die in der Welt der Roséweine häufiger anzutreffen sind. Zu den beliebtesten zählen Grenache/Garnacha, Spätburgunder, Sangiovese, Mouvédre/Monastrell, Tempranillo, Shiraz/Syrah, Montepulciano, Zweigelt und Cinsault. Sollte man auf eine Flasche Rosé stoßen, die aus einer anderen Traube hergestellt ist, ist dies kein Anlass zum Zweifeln. Genau wie bei Rot- und Weißweinen kann auch ein Rosé aus zwei oder mehr verschiedenen Trauben bestehen.

Dunkler oder heller Rosé?

Beim Rosé zieht die Farbe oft Aufmerksamkeit auf sich und bildet Gesprächsstoff. Viele schwören auf den leichten, rosa Stil, der oft lachsfarben ist. Eine dunklere und rötlichere Farbe dagegen kann abschreckend wirken, weil sie oft – salopp ausgedrückt - mit einem zuckersüßen Gesöff assoziiert wird. Es stimmt auch, dass die helleren Roséweine meistens frischer im Geschmack sind, aber ein dunkler Rosé muss nicht partout lieblich sein. Die dunkle Farbe kann auch ein Indikator dafür sein, dass es ein kräftiger, tiefer und komplexer Roséwein ist, der von einer Speise begleitet werden möchte. Das spricht für den Wein!

Den Roséwein mit dem Essen kombinieren

Wenn der Rosé mit dem Essen kombiniert werden soll, sind die Möglichkeiten vielfältiger als vielleicht zunächst vermutet. Da der Roséwein reich an Säure und fruchtigem Geschmack ist, ist er eine hervorragende Begleitung zu stark gewürzten Gerichten oder knoblauchlastigen Speisen, zum Beispiel einem scharfes Wok-Gericht oder der klassischen französischen Fischsuppe Bouillabaisse. Die eleganteren Roséweine passen ebenfalls gut zu Sushi, Tapas mit salzigen und scharfen Schinken- und Wurstsorten sowie zu einem nicht zu fetten gegrillten Fisch. Wenn man einen der lieblicheren Roséweine erwischt hat, sollte man schnell zu einer Schale frischer Erdbeeren greifen! 

Generell gilt: Rosé schmeckt immer alleine gut, wenn einfach nur die Sonne scheint.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verrückt nach Wein

Dieser Beitrag wurde von unserem eigenen Weinexperten Loui geschrieben, der in unserem Showroom im dänischen Hillerød angestellt ist.

Loui teilt hier laufend sein umfangreiches Wissen über die wunderbare Welt des Weins, und wir versprechen, dass hier etwas für Anfänger und erfahrene Weinkenner dabei sein wird.

Falls Ihnen der Sinn nach mehr Fachsimpeln in Sachen Wein steht, können Sie gerne unser umfangreiches Archiv mit früheren Artikeln durchstöbern.

 

 


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